Canyoning auf Cebu

Wir befinden uns auf der philippinischen Insel Cebu. Cebu ist vor allem bekannt für jede Menge Action. Die Insel bietet zum Beispiel eines der weltweit besten Tauchreviere. Bereits beim Schnorcheln bekommt man die vielfältige exotische Unterwasserwelt der Philippinen zu sehen. Tauchen steht auch noch auf unserem Programm, zunächst wollen wir aber unseren inneren Schweinehund überwinden und machen uns auf zu einer Canyoning Tour. Für mich ist es das erste mal und ich bin froh, dass wir einen deutschen Anbieter gefunden haben, der außerdem noch weitere coole Aktivitäten anbietet, wie

 

 

 

  • River Climbing,
  • Volcano Climbing,
  • Trekking,
  • Reiten
  • und Höhlentouren.

Difficulty Level: medium – difficult especially during high water levels – no swimming skills required – but a „go for it attitude“

Yay, sounds exciting!

Der Preis: 60 USD für eine Ganztages-Canyoning-Tour inkl. Equipment und anschliessendem Dschungelgrillen! 🙂

Wir werden mit einem ziemlich coolen Gefährt abgeholt und in den Dschungel von Cebu gebracht. Alleine die Fahrt dorthin ist bereits ein Erlebnis. Das, ich möchte es mal „Panzer-Amphibien-Adventure-Rambo“ Gefährt nennen, stimmt einen bereits abenteuerlich auf die Canyoning Tour ein und zieht auf den Straßen Cebus eine Menge Blicke auf sich.

Los geht’s mit der Canyoning Tour auf den Philippinen

Unsere Fahrt endet mitten im dichten Dschungel Cebus. Wir werden ausgerüstet mit Helmen und Sicherheitsgeschirr. Der philippinische Guide teilt uns zu unserer Verwunderung mit, dass wir noch lange nicht am Startpunkt unserer Canyoning Tour angelangt sind und dass wir uns noch weitere 1,5 Stunden durch den dichten Regenwald kämpfen müssen.

Der Weg durch das Dickicht ist nicht weiter beschwerlich, einzig die Hitze (35 Grad) macht uns etwas zu schaffen und als wir einen ziemlich steilen und etwas schlammigen Berg hinaufklettern wird es anstrengender. Irgendwann erreichen wir eine grün bewachsene Hügelkuppe mit einer atemberaubenden Aussicht. Die Atmosphäre ist idyllisch, friedlich, Eine Wolkendecke umschliesst die Bergspitze und uns wird bewusst, dass wir ein ganz schönes Stück durch den Dschungel bergauf gewandert sind. Die Canyoning Tour hat nicht einmal begonnen und wir sind bereits überglücklich, dass wir dieses Abenteuer angegangen sind und geniessen dankbar jeden Moment in diesem exotischen Paradies der Philippinen.

Nun geht es bergab Richtung Tal. Wir klettern über Felsen und bevor wir uns versehen, durchqueren wir einen kleinen Bach, waten in voller Montur durch das Wasser – die Canyoning Tour hat begonnen!

Es beginnt zu regnen. Wir sind ohnehin durchnässt. Der Guide schaut etwas besorgt in den Himmel und wir sollten später noch erfahren, warum. Die Natur ist einfach überwältigend und wir mich als Fotoenthusiasten ein wahres Paradies.

Die Cam hat unser Guide in einem wasserdichten Beutel untergebracht. Wir hätten hier eine Unterwasserkamera oder ein wasserdichtes Standardgehäuse extrem gut gebrauchen können.

TIPP: Keine Canyoning Tour ohne gute Unterwasserkamera!

Eine gute Packliste für Backpacker hätte mir vor der Reise sicher geholfen – Ich ärgere mich, dass wir nicht perfekt vorbereitet sind.

Der Regen wird immer stärker und nach einiger Zeit macht uns der entgegenkommende Flussstrom einige Schwierigkeiten. Der Guide zieht das Tempo an. Dann erreichen wir einen Wasserfall, etwa 10 Meter hoch. Im Felsen sind Sicherheitsringe eingeschlagen, in die wir uns mit Karabinern einhaken, um uns vorsichtig rückwärts abzuseilen.

Erste wertvolle Erkenntnis auf meiner Jungfern-canyoning Tour: 10 Meter sind doch verdammt viel höher als ich dachte. Dann erreichen wir einen Felsvorsprung mit einem kleinen Wasserfall von 4-5 Metern Höhe aus dem das Wasser in ein kleines Auffangbecken fällt. „Ok Jump!“ Der Guide schaut uns grinsend an und deutet exakt auf die Stelle im Auffangbecken, in die wir hineinspringen sollen. Er erklärt uns, dass an dieser Stelle die Wassertiefe ausreichend ist. Ich glaube es erst, als er es uns vormacht und ganz locker vom Felsen springt (und überlebt!) und wir springen voller Spass hinterher.

Inzwischen ist der kleine Bach zu einem ordentlichen Fluss geworden und der Wasserstand steigt weiter an, vor allem auch, durch den stärker werdenden Regen. Irgendwann stehen wir nicht mehr nur bis zu den Knien im Wasser, wie zu Beginn der Canyoning Tour, sondern hüfthoch. Der Guide gibt uns Zeichen, das Tempo nochmals zu erhöhen: „To much water“ (Sag bloss!)

Der Regen wird immer stärker und als wir den nächsten Wasserfall mit nun 15 Metern Höhe erreichen, wird die Überwindung größer, nicht nur aufgrund der Höhe, sondern auch wegen des inzwischen viel höheren Wasserpegels und der dadurch entstehenden Strömung. Die Wassermassen bahnen sich mit ungeheurer Kraft ihren Weg durchs Flussbett.

An dieser Stelle bemerken wir erstmals eine Spur der Nervosität beim Tour-Guides. Er schaut uns ernst an und erklärt uns, dass der Wasserpegel durch den stundenlangen Regen beachtlich angestiegen sei und wir uns nun wirklich beeilen müssten, da wir ansonsten an diversen Stellen, speziell am höchsten 30-Meter-Wasserfall Probleme kriegen könnten.

Ich beschliesse zunächst gelassen zu bleiben, da er uns selbst zu Beginn der Canyoning Tour erklärte, dass wir jederzeit abbrechen könnten, wenn wir uns irgendeine Challenge an einer Stelle der Tour nicht zutrauten. Dann allerdings erwähnt er in einem Nebensatz, dass wir an dieser Stelle nun nicht mehr zurück könnten, weil wir bereits den Wasserfall hinter uns hätten. Und den „müsse man schliesslich wieder hochklettern“, was aufgrund des gestiegenen Wasserpegels nicht mehr möglich sei. Er schnappt seine Ausrüstung und watet durch den Fluss, als hätte er es ziemlich eilig. Fantastisch. Das beruhigt uns ungemein.

Er erklärt uns, dass wenn es weiter regnet, die Wucht der Wassermassen am letzten Wasserfall dermaßen gewaltig sei, dass wir uns dort nicht abseilen könnten. Dies wiederum würde bedeuten, dass wir mitten im Dschungel so lange ausharren müssten, bis der Wasserpegel wieder gesunken ist, dann nuschelt er noch einige weitere Sätze, die nach „staying overnight“ und „getting dark very fast“ klingen …was zum ultimativen AHA-Erlebniss führt und plötzlich jagen wir mit einem Affenzahn durchs Dickicht.

Wir erreichen eine Stelle an der der Dschungel scheinbar endet. Der Fluss scheint sich hinter einem kleinen Felsvorsprung plötzlich in Nichts aufzulösen. Dann hören wir einen ohrenbetäubende Lärm. Wir beginnen Seile an 3 (!) fetten Bäumen zu befestigen und während wir uns fragen, woher der Lärm kommt, zeigt unser Guide Richtung Felsvorsprung. „You cannot see, but its here“. 

Nur an einer schmalen Stelle im Fels ist es möglich sich abzuseilen. Der Felsvorsprung blockiert jede Sicht nach unten, was bedeutet, dass wir uns ohne vorher einen Blick nach unten geworfen zu haben, nun rücklings abseilen müssen. Der Guide meint trocken „Its the 30m one!“ ( Das beruhigt mich ungemein).

Die Oberfläche der Felsen ist durch das Wasser und eine dünne Moosschicht spiegelglatt. Ich connecte mich mit dem Seil, dass wir zuvor an den 3 fetten Bäumen befestigt haben und krieche auf dem Bauch an den Felsabgrund. Nun kann ich erstmals hinunterschauen und…mich trifft der Schlag: „You said 30m, that looks like 100m!“

Die Höhe ist gewaltig und die Wassermassen, die der Fluss hier den Abgrund hinunter schiebt ist furchterregend. Nach etwa 10 Metern endet ein Felsvorsprung und es wird uns erklärt, dass wir für die restlichen 20 Metern nicht mehr mit den Füssen den Kontakt zum Felsen haben, sondern frei in der Luft hängen. Wir sollten dann darauf achten, nicht zu sehr beim Abseilen ins Schwingen zu geraten, weil wir sonst mit dem Körper mitten IN den Wasserfall geraten. An dieser Stelle, frage ich mich erstmals, was ich hier überhaupt tue und wer die grandiose Idee zu dieser Canyoning Tour hatte.

Ich erinnere mich. Es war meine Freundin, die nun mit einem breiten Grinsen neben mir steht und mich mit freudigem Blick ansieht: „Ja gehst Du jetzt endlich oder soll ich anfangen?“ Während mir der Arsch auf Grundeis geht versuche ich möglichst gelassen zu wirken: „Ok, ich check erstmal die Lage“ (Es gibt nichts schlimmeres als Adrenalin gestörte Frauen, die uns Männer wie Würste aussehen lassen, hatte ich das bereits erwähnt?).

Mit dem Hinterteil zuerst bewege ich mich langsam Richtung Abgrund. Mir wird noch einmal erklärt, dass ich keinesfalls die Spannung in den Beinen verlieren soll, weil ich mich sonst schön „mit dem Gesicht die Felswand entlang“ nach unten abseilen würde. Also immer mit den Füßen von der Felswand abdrücken.

I LOVE CANYONING!

Ich befinde mich nun links von der gewaltigen Wasserwand. Bevor ich starte, blicke ich zwischen meine Beine nach untenGROBER FEHLER!. Per Kopfkino wird mir das Bild eines mit dem Schädel aufschlagenden Jonny’s vor Augen geführt. Mit diesem Bild vor Augen, lässt es sich hervorragend eine 30m Felswand neben einem wuchtigen Wasserfall abseilen. Ich erreiche das Ende des Vorsprungs, sodass ich frei baumelnd am Seil hänge. Und dann kommt, was kommen muss, ich beginne langsam zu schwingen…Zack bekomme ich die erste Dusche ab. Beim zweiten mal lande ich mit meinem ganzen Körper unter dem Wasserstrom. Das freie Abseilen ohne Kontaktpunkt ist noch schwieriger. Einige tausend Pulsschläge später (sprich 2 Minuten), erreiche ich den Boden.

Ich brülle von unten ein paar kluge Ratschläge nach oben, schließlich habe ich die Sache mit einer Leichtigkeit gemeistert, die seinesgleichen sucht. Der Guide schnallt sich an und hüpft wie ein Affe in 5 großen Sprüngen die Wand entlang, erreicht die Stelle an der er frei schwebt, rutscht hier alá Mission Impossible bis kurz über dem Boden in einem Schwung nach unten und steht in weniger als 10 Sekunden neben mir. Hätte ich gewusst, dass die Sache so funktioniert, hätte ich natürlich gleich diese Technik angewandt.


Als wir wieder am Ausgangspunkt ankommen, ist der Grill bereits angeschmissen und wir machen uns hungrig über Hänchenschenkel und Reis her. Auch das Grillen ist in dieser Umgebung ein unvergleichbares Erlebnis. Wir sind durch und durch aufgeweicht, wärmen uns am Feuer des Grills, ziehen ein paar trockene Klamotten über und machen uns zufrieden auf den Heimweg in unserem Dschungelgefährt.

Ein unvergessliches Erlebnis, an das wir uns noch lange erinnern werden. Und letztendlich dann doch: I love Canyoning 🙂

Der Anbieter der Tour war Action-Philippines.com.

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3 comments

  1. Wow, das ist ein echt cooler Trip. Ich plane gerade meinen Urlaub. Kannst du dich noch an den Namen des deutschen Anbieters der Tour erinnern?

    • admin

      mmhh…wenn du es googlest, dürftest Du ihn finden. Es ist der einzige Anbieter auf Cebu.

  2. Pingback: Philippinen: 8 Reiseblogger verraten ihre Geheimtipps | Home is where your Bag is - Travel Blog

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