Geheimtipp USA

Geheimtipp USA

Wenn Weitgereiste von ihren sogenannten Geheimtipps berichten, den ultimativen Secrets, den Tipps, auf die jeder Reisehungrige nur so wartet, dann erwartet man meist eine klitzekleine unbekannte Insel im Pazifik oder Indischen Ozean, etwas Sand, eine Palme, das reicht. Einen Ort wie Aitutaki oder Maupiti, von dem man nie zuvor hörte und für die ein braungebrannter Jüngling in Badeshorts eine geheimnisvolle Karte anlegen musste, die er dir in einem abgewrackten Bungalow in Südostasien bei einem eisgekühlten Bintang hinterlässt. So gehört sich das einfach. „Pssst…ich kenn da diesen Ort.“

Ein von Millionen Menschen jährlich bereister Ort, stinkt für Backpacker geradezu nach Kommerz und kann unserem Gefühl nach einfach nichts Besonderes sein, „da fliegt doch jeder hin.“ Alles was per Linienflug erreichbar ist, ist für den tätowierten, ohrgetunnelten Rucksacki undenkbar.

Per Holzkahn über 10 Meter hohe Wellen, 20 Stunden über das offene Meer. Die Gischt spritzt Dir ins Gesicht und Du stehst in Titanik-Pose am Geländer während der Rest der Passagiere sich die Seele aus dem Leib kotzt. Und wenn der Bug auf Sand läuft und die Mitreisenden ein Dankesgebet gen Himmel senden, ziehst Du den Pass aus dem wasserdichten Brustbeutel und stehst bereits am Pier, weil Du Dir den wohlverdienten neuen Einreisestempel mit kunstvollen Hinduschriftzeichen abholen willst. Mit Hinduzeichen, die exakt so aussehen, wie das Tattoo auf der Innenseite Deines Unterarms, das ist ja der absolute Wahnsinn. Genau so muss das sein.

Alles andere ist GEWÖHNLICH!

Für die meisten Orte mag das zutreffen, nicht weil das Land an sich uninteressant wäre, sondern, weil die Masse an Menschen z.B. eine kleine Insel innerhalb kürzester Zeit dermaßen tourismusvergewaltigt, dass der Reiz der verwegen, abgelegenen Insel ganz einfach verloren geht.

Doch es gibt auch Orte, von denen so gut wie niemand Überraschungen erwartet, Orte die bereits in aller Munde sind, keine Besonderheit mehr, kein Geheimtipp, „kann ja jeder“. Wolkenlos, Voxtours & Co. berieseln Dich wöchentlich mit Reiseberichten und Tausende von Freunden der Pauschaltouri-Front empfehlen Dir immerzu ein und dasselbe Land. Sie bereisen es regelmäßig, was Du für Lebenszeitverschwendung hältst, denn für Dich geht es darum die Welt kennenzulernen und um die komplett zu bereisen, ist das Leben ohnehin schon zu kurz. Erzählungen, es sei an jenem Ort halt einfach supertoll und Du müsstest unbedingt mal dorthin fliegen wecken in Dir nicht die Neugier und Lust, diesen Ort zu bereisen, sondern eher Abscheu und Abneigung. Du bist Backpacker, Du reist schließlich „off the beaten track“, right?

Erstaunlich, wenn einen plötzlich die Erkenntnis packt, das gerade wir Individualisten, die nichts mehr verabscheuen, als Vorverurteilung, selbst geradezu infiziert sind mit Vorurteilen ggü. allem, was nicht unserer Art zu Reisen entspricht. Offenheit ist anders!

Und genauso ging es mir immer mit den USA. Vor 2 Jahren noch, konnte mich kein Mensch davon überzeugen, in die USA zu reisen. Hinzu kam, dass ich Städte hasste und mit der Mentalität der Amis, wie ich sie aus den Nachrichten eingetrichtert bekam, irgendwie nicht warm wurde. Einmal unterwegs, kommt ganz schnell die Erkenntnis, dass Vorurteile auf Reisen nichts zu suchen haben, weder gegenüber Menschen, noch Reisezielen, oh ja, auch eine Insel hat Gefühle.

Ich komme zum Punkt – Freunde, die USA ist einfach ein Land der Superlative! Eine der größten Überraschungen meiner Reise und damit mein ultimativer Länder-Geheimtipp, denn Amerika hat unerwartet viel zu bieten! Ein Land, in dem es Platz genug für alle gibt, sodass man überlaufene Orte ganz einfach meiden kann. Eines der vielfältigsten Länder dieser Erde, was die Natur angeht und mit die freundlichsten, hilfsbereitesten und offensten Menschen, die ich traf, und zwar gerade in den Großstädten, dies es nicht zu meiden gilt, sondern definitiv zu bereisen!

Von mir nun der Appell an alle Barfuß laufenden, Bintang-Tanktop tragenden, Kho Phi Phi-Packer:

Jagd Euer Shirt durch die Handwäsche, schnell die Dreadlocks aufgedreht, eine kurzes Salzwasserbad vor dem Bungalow und ab in die Zivilisation! Die USA sind eine Reise wert und es gibt gute Gründe dafür, dass sie Jahr für Jahr so unmenschlich viele Reisende anzieht. Über Internetanbieter lassen sich lächerlich günstige Flüge an die Ostküste der USA buchen und von dort aus geniale Roadtrips planen, z.B. von New York runter nach Florida, Miami & die Keys, einen Abstecher in die Karibik, dann mit dem Camper oder Mietwagen quer durchs Land, einige Bundesstaaten mitnehmen, Texas, Las Vegas, Nationalparks ohne Ende, wie Yellowstone oder Yosemite, Grand Canyon und dann durch ganz Californien, den Highway No. 1 entlang, San Francisco, Los Angeles, durch die USA bieten sich Euch die absoluten Granaten-Roadtrips.

Einen Wagen oder Camper mietet ihr am besten vorab übers Internet und nicht vor Ort, darüber habe ich bereits hier geschrieben.

Meine Route führte mich von

  • San Francisco per Mietwagen über den
  • Highway No. 1 die
  • Westküste Kaliforniens entlang
  • über Monterey bis nach
  • Los Angeles, Santa Monica, Hollywood, Venice Beach, dann per Flieger nach
  • Florida, Miami. Dann einen Abstecher in die
  • Karibik: Dominikanische Republik, Puerto Rico, Niederländische Antillen, bevor es zurückging nach
  • New York.

Dauer:

34 Tage für die USA
27 Tage für die Karibik

Was muss man so an Kohle einkalkulieren?

Durchschnittskosten (ohne Flüge) belaufen sich auf

52,- € täglich für die USA
25,- € täglich für die DomRep
53,- € täglich für Puerto Rico
60,- € täglich für St. Maarten

Eine detailliertere Kostenübersicht inkl. Flüge und Verpflegungskosten gibt es demnächst unter „Kosten und Hostelempfehlungen“.

Die Natur an Kaliforniens Küste auf dem Highway No. 1 hat mich regelrecht umgehauen und das nachdem ich zu diesem Zeitpunkt bereits 8 Monate durch Asien, Australien und die Südsee gereist war. Hier reist Ihr tagelang an der Küste entlang und begegnet kaum einer Menschenseele. Die Städte sind überwältigend anders, San Franciscos Flair ist episch, Miami ist mehr Karibikstrand als Großstadt und der Lifestyle der Amerikaner vermittelt einem ein Gefühl von Lebensfreude, wie ich es nur aus Winnetou und Old Shatterhand Filmen kenne (Hau!).

Dabei führte meine Route durch die USA mich, mit Ausnahme des Highway No. 1, eigentlich nur an touristisch hoch frequentierte Punkte des Landes. Hunderttausende von Touris und trotzdem haben mich SF und NY vom Strandfanatiker zum Großstadtliebhaber transformiert (obwohl, die Transformation an sich muss ich fairerweise Singapur zuschreiben).

Für mich gibt’s noch eine Menge nachzuholen. Das komplett Inland der USA habe ich ausgelassen, den Norden Kaliforniens und die Niagara-Fälle im Nordosten ebenfalls, eine Zwischenlandung in Hawaii ist auch nicht zu verachten und nach Canada lässt sichs von San Francisco easy mit dem Wagen hochbrettern.

Doch – Daumen hoch – trotz meiner Hetze durch die USA (1 Monat ist geradezu lächerlich) und trotz totalem Strandfokus, habe ich einen der most spectacular & most amazing parts (my english is very good, since I was in JU-ÄS-ÄI) der USA bereist. Den Teil über den ich noch nichts geschrieben habe, den ich mir für den USA-Bericht bis zuletzt aufgehoben habe, nach dem Moto: „Das Beste zum Schluss“.

Das Schwergewicht unter den Großstädten, die Stadt der Städte, das heißeste Pflaster, das mir jemals unter der Flip-Flop Sohle gebrannt hat…

…coming soon: AMAZING NEW YORK!


Der Artikel hat dir gefallen?
Mehr coole Tipps direkt in dein Email-Postfach und die automatische Teilnahme an Gewinnspielen gibt's hier. Go VIP!

Weiterlesen macht klug

Leave a Reply

*

15 comments

  1. Claudia

    Golfküste ist auch bombastisch! Texas, Louisiana, Südstaaten allgemein, Ostküste mit Outer Banks und was es noch alles gibt… Alaska hab ich mir sagen lassen muss auch ganz toll sein.
    Ich glaub ich muss mich mal um meine Urlaubsplanung kümmern 😉

    • admin

      Alaska fänd ich auch mal interessant. Nur optisch selbstverständlich. Rein physisch erscheint mir das Ganze einfach zu frostig!

  2. Matthias

    Hey – meistens bin ich mit dir einer Meinung, aber deine Begeisterung für die USA kann ich nicht so richtig teilen. Wobei ich bisher auch „nur“ Kalifornien bereist habe…

    • admin

      Geschmäcker sind einfach verschieden. Aber das ist ja auch gut so 😉

  3. Jessica

    Kia Orana von den Cookinseln!

    Sitze gerade in meinem Bungalow in Aitutaki und lese diesen Bericht 🙂 Ich habe in meinen inzwischen 5 Monaten wo ich unterwegs bin, habe ich ein paar Laender gesehen und muss dir vollkommen Recht geben. Habe vor zwei Jahren und letztes Jahr den kompletten Westen der USA bereist. Von Washington State bis runter nach San Diego. Ich vermisse es und freue mich darauf bald wieder durch die USA zu reisen. Die Suedsee und auch die anderen Laender waren kulturell einfach der Knaller, aber landschaftlich bin ich PRO USA!

    Dir weiterhin viel Spass in der grossen weiten Welt.

  4. Bezüglich der „Amis“ war ich bisher offenbar auch ziemlich mit Vorurteilen belastet. Aber Dein Artikel hat mir gezeigt, dass es immer wieder richtig ist, sich selbst ein Bild zu machen. Tolle Bilder und gute Tipps und Informationen für die Touren- und auch für die Kostenplanung, wenn dann demnächst Deine Übersicht kommt.

  5. Super Artikel! Ich teile Deine Meinung total.
    Insbesondere kann man wirklich für ziemlich wenig Geld einen tollen Ostküste Trip machen. Diverse Reiseveranstalter bieten immer mal wieder für 100-200 Euro einen Camper für 2 Wochen inkl. Vollausstattung an. Stichwort Neuwagenüberführung!
    Wenn man sich dann dazu noch einen günstigen Flug sucht, macht man ein richtiges Schnäppchen! Jedoch sollte man die Kosten für das Essen nicht außer Acht lassen, wenn man nicht jeden Tag Fast Food essen will. Im Supermarkt kann dann ein Pfirsich mal gute 1.50 $ das Stück kosten.

    • admin

      100 Euro für einen Camper für 2 Wochen????? Wow!
      Ich dachte für die Überführung hätte man immer nur knapp bemessene Zeit, ist das nicht so?

  6. Die USA sind wirklich immer eine Reise wert. Man kann dort so wahnsinnig viel entdecken und auch verschiedenste Kulturkreise sowie Landschaften erfahren! Der Highway One ist halt ein Klassiker und trotzdem noch sehr touristisch. Wer auf tolle Küste etwas abseits der regulären Touristenpfade steht, dem empfehle ich die Upper Peninsula in Michigan. Hier ist es sehr leer und sehr toll..!

    Ich würde dir als nächstes mal empfehlen die Städte zu verlassen und die zahlreichen Nationalparks zu entdecken. Utah bietet sich dafür natürlich an, aber auch in anderen Staaten gibt es tolle Natur.

    Bei den Überführungsfahrten der Camper rate ich zur Vorsicht. Die Reisezeit ist eigentlich immer in der Nebensaison, d.h. viele Campgrounds haben noch zu und nachts wird es teilweise knackig kalt! Außerdem sind die Meilen sehr limitiert und ein vernünftiger Roadtrip nur mit Zuzahlung möglich. Aber hey, Hotels und Mietwagen sind extrem günstig zu haben (kommt natürlich immer auf die eigenen Ansprüche an) und man kann schon recht günstig was tolles daraus machen!

    Komme gerade erst wieder von den Great Lakes zurück und muss sagen, dass es einfach nur super war!

    Vielleicht schaust du ja mal bei mir im Blog vorbei und holst dir ein paar Impressionen für deinen nächsten Trip!

    • admin

      Sehr gerne Simon. VIELEN DANK für die guten Tipps! Du bist gerade dort?

Like what you read? Be a fan!schliessen
oeffnen