Hollywood

Hollywood

Nein, ich habe kein Filmangebot bekommen und bin zurück nach Hollywood gejettet, (obwohl ich ziemlich offen dafür wäre, wirklich). Ich knüpfe nur an den USA-Trip an, der mich an der Westküste über den Highway No 1 von San Francisco nach Los Angeles brachte. Und wer sich in Los Angeles befindet, kommt nicht umhin, dem globalen Zentrum der Filmindustrie einen Besuch abzustatten. Also schnell auf die Spiegelsonnenbrille gewechselt und ab dafür. Schließlich will man ja nicht erkannt werden.

Wie ich sehr schnell feststelle, ist Hollywood nur ein ziemlich kleiner Stadtteil. Sowas wie Wiedenborstel in Schleswig-Holstein (kleinstes deutsches Dorf mit 5 Einwohnern) oder die Eifel (spektakuläres Dorf in Dorf Konzept mit ganz vielen Kühen). Man sollte also nicht all zu hohe Erwartungen an eine lebhafte amerikanische Super-Metropole haben. USA-Banause, wie ich bekanntermaßen vorher war, habe ich New York, Hollywood, Miami und Co. alle in einen Topf geworfen und bin immer davon ausgegangen, dass eine Stadt mit diesem Namen ja mal grundsätzlich New Yorkisch oder Miamisch daherkommen müsste. Ist aber nicht so. 1853 stand auf dem heutigen Gebiet Hollywoods genau 1 (in Worten: eine) Lehmziegelhütte! 1900 hatte die Stadt aber bereits 500 Einwohner (sag ich doch, Wiedenborstel) und schaffte es bei der letzten Volkszählung dann doch auf rund 200.000 Einwohner. Wenn die Entwicklung so rasant fortschreitet, schafft es Hollywood sicher in den nächsten 2000-3000 Jahren auf das Sta(d)ttliche Niveau von Köln! Grüße an die Heimat.

Ziemlich gediegen und ruhig spielt sich hier das Leben ab. Ganz einsam und still thront das Hollywood Sign, als bekanntestes Wahrzeichen, auf einem nicht all zu hohen aber gut sichtbaren Gipfel am Rande der Stadt. Die Fahrt dorthin führt durch ein nettes Viertel mit ganz ansehnlichen Hütten, in denen ich mir ein auf den Kopf hauen meiner nicht vorhandenen Millionen ganz gut vorstellen könnte. Typisch amerikanische, wasserstoffblondierte Pferdeschwanz-Teenies, die direkt Beverly Hills 90210 entsprungen zu sein scheinen, führen mit verspiegelter Sonnenbrille (wieder mal alles richtig gemacht) in Stulpen und Cheerleader-Röckchen kleine Pincher an der Leine spazieren. Eine idyllische, friedliche US-Vorstadtatmosphäre, in der man sich gerne zur Ruhe setzen möchte.

Die wirklichen Prachtvillen der Stars stehen aber ganz woanders. Nördlich des Santa Monica Boulevards in Beverly Hills. An jeder Ecke können inoffizielle Stadtkarten mit den Adressen der Stars für ein paar Dollar gekauft werden. Wer sich einen heimlichen Blick durchs Fenster, auf die Bunnies der Playboy Mansion, beim morgendlichen Yoga-Kurs erhofft, wird jedoch schwer enttäuscht werden. Alle Villen sind hoch umzäunt und werden von Securities komplett abgeschirmt. Da gibt’s rein gar nix zu sehen. Deswegen spare ich mir das Ganze und mache mich auf den Weg in die City. Ich habe mir sagen lassen, da streunen die Stars einfach so auf der Straße herum.

Und siehe da, so mir nichts, dir nichts, steht dann auch ganz krass Rambo mit polierter Schnellfeuerwaffe, bösem Blick und frisch blutender Wunde, versteckt hinter einer Mauer, am Walk of Fame. Fantastisch!

Ich bin also am Walk of Fame angelangt. Hollywoods Touristenmagnet Nr. 1 und das Herz der Stadt. Die Sterne ziehen sich 18 Blocks über den Gehweg des Hollywood Boulevards. Das ganze fängt ziemlich unspektakulär an und man sucht sich einen kleinen Wolf durch ziemlich kleine Stars, die kein Mensch kennt und im Gehweg zwischen unbesuchten Imbissbuden und Friseurläden ihr Dasein fristen. Wo kein Mensch begraben sein möchte, haben sich also zumindest einige Hollywood Stars um einen Stern im Asphalt verdient gemacht. Bei rund 2.500 Sternen, darf man da auch mal ein Auge zudrücken.

Spannender wird es dann, sobald man sich dem Zentrum der Filmpremieren nähert. Dem Kodak Theater und Graumann´s Chinese Theater. Hier reihen sich dann auch tatsächlich die wirklichen Stars, Stern an Stern, oder zumindest Handabdruck an Fußabdruck. Und bei 2.500 Sternen findet sich auch immer Dein ganz persönlicher Stern.

Gerade wird auch ein Aufgebot an Securities aufgefahren und der Weg vom Ausgang des Chinese Theaters zur Straße abgesperrt, weil sich wieder irgendeine Premiere mit hoher Prominenz, innerhalb der heiligen Hallen abspielt. Die Chance hier auf echte Stars zu treffen, ist sicher ziemlich hoch, wenn man nur weiß, wann man hier aufzutauchen hat. Da lohnt es sich, vor seinem Hollywood-Trip mal eben allen Stars auf Twitter zu folgen, um gar niemanden zu verpassen.

Da zum Beispiel: Hello Kitty, der Oger, Superman, Catwoman, alles was Rang und Namen hat ist vertreten und gegen ein oder zwei Dollar auch zu einem gemeinsamen Foto bereit.


Den ganzen Tag in einem bescheuerten Kostüm und roten Pampers auf der Straße stehen und sich fotografieren lassen. Eigentlich ein ziemlich cooler Job. Ich möchte nicht wissen, wie viel Kohle man damit machen kann.

„I give you an extra Dollar, Supermän!“

„Really?! Cool man, thank you so much.“

„Ja nit einfach so, Du Depp.“

„Sorry?“

„DAFÜR!!!“

 

Das wollte ich schon immer machen!!! A new Star is born, denkt sich auch Catwoman und brennt mit Lookin for Jonny durch. Oh man, ganz schön kitschig, dieses Hollywood. Aber ziemlich unterhaltsam.

 

Und spätestens jetzt hab ich ihn mir verdient! Das wars erstmal aus Hollywood, ich gebe zurück nach Köln.

Perfekt gephotoshopped. Besten Dank Martina 🙂


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