Inseltipp im Baltischen Ozean

Inseltipp im Baltischen Ozean

Mitten im Baltischen Ozean, zwischen Schweden und Osteuropa, befindet sich ein Geheimtipp für Liebhaber nordischer Natur, schroffer Küsten und schöner Strände – Gotland. Die Insel ist vor allem ein Tipp für all diejenigen, die wie ich, nach Orten suchen, die nicht bereits von jedermann und jederfrau bereist wurden. Wer kennt schon Gotland?! Niemand! Eben drum. Dabei hat die Insel einiges zu bieten.

Alleine die Hauptstadt Visby versetzt Reisende mit ihren riesigen Stadtmauern mit 50 Türmen und zerfallenen Ruinen Hunderte von Jahren zurück ins Mittelalter. Visby ist eine der am besten erhaltenen Mittelalterstädte überhaupt. Kleine mittelalterliche Gassen und historische Häuschen bilden das Stadtbild. An den besonders langen warmen Sommerabenden im Juli und August lässt es sich gemütlich an der Strandpromenade flanieren oder am Hafen spazieren gehen.

Eine wahre Zeitreise findet in diesem Jahr vom 04.-11. August statt, wenn die Stadt ihre Besucher komplett ins Mittelalter versetzt, um in dieser Mittelalterwoche voller Märkte, Bettler, Gaukler und Ritter an die große Schlacht um Gotland 1361 erinnert. Hoch zu Ross stoßen sich stolze Ritter mit riesigen Lanzen vom Pferd, liefern sich spektakuläre Schwertkämpfe oder benehmen sich bei Spanferkel und Wein einfach wunderbar ritterlich daneben und (f)ressen eine Woche lang so, wie ich es tagtäglich praktiziere (sagt jedenfalls meine Mutter und die weiß, wovon sie spricht).  Weitere Infos und ein Video gibt es auf den Seiten von medeltidsveckan.se/de.

Vom 10. Juni – 10. August sind außerdem die Tore Vikingabyns für ein besonderes Erlebnis geöffnet. Ein echtes Wikingerdorf, in dem Besucher selbst aktiv werden, um Brot zu backen, zu filzen und schmieden wie in guten alten Zeiten und vor allem in traditioneller Wikingerkluft anzutreten. Optimales Abenteuer für Kind und Kegel.

 

Für mich als Strandjunkie vor allem interessant, Gotland verfügt über schöne Sandstrände und Dünenlandschaften mit jeder Menge Potenzial für gigantische Fotos. Die bizarren Raukar-Felsen, für die die Insel bekannt ist, zieren die Küsten Gotlands und tauchen die Umgebung gerade zur Abenddämmerung in eine geheimnisvolle Atmosphäre.

Wie kommt man hin?

Per Fähre erreicht man Gotland in weniger als 3,5 Stunden vom schwedischen Festland. Seekränkelnde Abenteurer (zu denen ich mich zähle) nehmen den Flieger von Stockholm.

Die Schweden haben Gotland schon längst als landeseigene Urlaubsinsel entdeckt. Bei Reisenden der restlichen Welt ist Gotland noch so gut wie unentdeckt, so trifft man als Touristen weitestgehend nur Skandinavier an, was Gotland hochinteressant für diejenigen Traveler macht, die vor allem eines nicht wollen – auf eine Horde Landsmänner treffen, die sich in mallorquinischer Manier, die Insel zu eigen machen (was das angeht, übertreffen die Eroberungstaktiken der Deutschen, die der Skandinavier bei weitem, Wikinger hin oder her).

Trotz äußerst reizvoller Natur habe ich Skandinavien ja bisher immer standhaft vernachlässigt. Alles unter 34 Grad im Schatten jagte mir gedanklich den Gefrierbrand in die Adern. Gotland soll jedoch für skandinavische Verhältnisse über ein recht mildes Klima mit grandiosen 2000 Sonnenstunden im Jahr verfügen.

Und in so einer Rüstung friert man ja vermutlich auch nicht ganz so schnell.

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