Maupiti – the sleeping star

Maupiti – the sleeping star

Oooh-my-god!

Das ist definitiv die größte Überraschung meiner bisherigen Reise. Maupiti ist eine wahre Schönheit. Schon im Anflug auf die Insel bleibt einem der Atem stocken. Sie ähnelt von der äußeren Struktur ein ganz klein wenig Bora Bora, wegen der Silhouette des kantigen Vulkans und der geschwungenen Motus, die die wunderschöne Lagune einrahmen. Maupiti ist nur wesentlich kleiner. Die Lagune strahlt in allen Blau- und Türkistönen

und als der Flieger gen Norden schwenkt sehen wir dies:

Unglaublich! In grellem grüngelb schimmert das Plankton durch die flache Lagune. Der schönste Inselanflug, den ich jemals erlebt habe. Ich krieg mich gar nicht mehr ein und die Franzosen auf den billigen Plätzen um mich herum schauen mich geringschätzig an, als ich meine Freude mit

„Holy sh**, what the f***, this is f***ing amazing. Fu** fu** fu*“

zum Ausdruck bringe.

Maupiti soll nach geologischen Untersuchungen etwa 4 Millionen Jahre alt sein und ist damit die älteste Gesellschaftsinsel Französisch Polynesiens. Für viele ist sie zugleich die Schönste. Maupiti wird im Lonely Planet als der aufsteigende Stern Französisch Polynesiens beschrieben – the rising star. Die kleine Schwester Bora Boras, was ich für absoluten Unsinn halte.

Maupiti ist so wenig touristisch, wie eine Insel nur sein kann und hat mit Bora Bora rein gar nichts gemein. Aufstrebender Stern!? Bringt mich zum Lachen, wenn ich auch nur darüber nachdenke, wie weit entfernt sich Maupiti von der zivilisierten Gegenwart befindet. Ein Ort, an dem es nicht ungewöhnlich wäre, wenn Dir Obelix mit einem geschulterten Hinkelstein über den Weg läuft.

Hier steht die Zeit still.

Als ich mit dem Fahrrad die Insel umrunde (was eine gute halbe Stunde dauert), habe ich das Gefühl 300 Jahre in die Vergangenheit katapultiert worden zu sein. Bunte Holzhütten stehen am Rande der einzig geteerten Straße, die die Insel umrundet. Zum Teil sind die Hütten in den Hang gebaut. Türkis, blau, rot, kunterbunte Häuser, überall hängt Wäsche oder liegen Gegenstände um die Häuser herum, alles wirkt unaufgeräumt und leger. Maupiti ist das Gegenteil von Perfektion und wirkt wie eine Entschlackungskur für jeden Hardcore-Deutschen.

Raggaemusik schallt aus einigen Fenstern. Ausnahmslos jeder Inselbewohner lacht mich an und die Männer winken mir den Surfergruß entgegen.

Ich kann freundliche Menschen sehen!!! Total verkehrte Welt!

In den Vorgärten sitzen Kinder auf Gräbern, hier liegen die Familienangehörigen begraben. Dies ist sowohl in Franz. Polynesien als auch auf den Cooks Brauch. Der Garant für tägliche frische Blumen, gute Idee, wie ich finde.

Die Einwohner ernähren sich von dem, was ihre eigenen Plantagen abwerfen. Jeglicher Kommerz ist ihnen fremd. Banale Dinge, wie einen Friseur kennt man auf Maupiti nicht, hier wird selbst zur Schere gegriffen und ich erhalte massenhaft Angebote, mir mit einer Schere zur Hand zu gehen. Ich lehne dankend ab.

Am winzigen Hafen spielen einige Männer Boule auf einer Sandfläche und Kinder springen fröhlich spielend umher. Zwei Männer sitzen am Straßenrand und rauchen Gras aus einer Purpfeiffe, sie grinsen mich stoned an. Dann erreiche ich einen Hügel. Hier kann ich einen Teil der Lagune überblicken und der Ausblick ist

 

a-t-e-m-b-e-r-a-u-b-e-n-d.

Auf Maupiti kann man die Seele baumeln lassen, komplett abschalten und relaxen, wie ich es auf der bisherigen Reise noch nirgends erlebt habe. Beeindruckend ist die wirklich absolute Stille. Ich bin ein wahrer Ipod Junkie, mein erster Griff vor dem Fahrrad fahren, Joggen, Fliegen, Boot fahren, vor wirklich jedem Klogang geht zum Ipod. Doch hier verspüre ich das Bedürfnis, den Klang der Insel „hören“ zu wollen, der besser klingt als jede Musik dieser Erde. (Gott, hab ich das grad wirklich geschrieben?)

Ich höre…

rein GAR NICHTS!

Das mag für den ein oder anderen Eifler banal sein, aber als Städter ist gerade die Intensität der Stille absolut crazy! Wenn es unterschiedliche Ausmaße der Stille gibt, dann ist dies die stille Stille. Stille ixtreem. Absolutes Vakuum.

So muss es sich anhören, wenn man der Matrix entkommt und in diesem ominösen, virtuellen weißen Raum steht.

„Neo an Trinity – ich bin raus!“

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7 comments

  1. Tom

    WOW

    Was für eine Kulisse.
    Bin Fotograph. Schau dir mal diese einfache aber extrem wichtige Regel beim Fototgraphieren an und deine Bilder werden NOCH VIEL besser.

    vimeo.com/1461280

    Bei mir geht es erst in 2 Jahren los, aber deine Tipps werden mich dann begleiten.

    Ganz lieben Gruß, beneide dich sehr…

    • admin

      Hey Tom,

      vielen Dank! Ja, i know, versuche ich eigentlich so oft wie möglich umzusetzen.
      Wenn Du weitere Anregungen hast, jederzeit gerne 🙂

      Schönen Gruß
      Dennis

      • Tom

        Du machst das schon sehr gut. Respekt.

        Will hier nicht den Klugscheißer heraushängen, aber einen Tipp hätte ich noch.
        Gefühlt ist dir das auch sicher bewusst, nur man muss sich eben immer daran erinnern. Nämlich, wenn du unendliche Weite fotografieren möchtest, muss immer ein Referenzobjekt im Vordergrund stehen, wie z.B die Palme im vorletzten Bild, wenn diese dann noch im Rule of third steht, hast du alles richtig gemacht.

        Freu mich schon auf weitere Geschichten. Besonders lustig sind die, bei denen du Gespräche nacherzählst. Köstlich.

        Gruß Tom

        • Jonny

          Alright!
          Nein, bin dankbar für jeden Tipp, Danke! 🙂

          Ich hab 5 ebooks über Fotografie dabei, nur keine Zeit sie zu lesen (= ich bin zu faul).

          Schönen Gruß
          Dennis

  2. aline

    gefällt mir vom eindruck bisher und von deiner beschreibung her am besten. hier kann man endlich mal die seele baumeln lassen !! sehr schön !!

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