Trekking Tour durch den Dschungel Nordbalis

 

Es ist früher Morgen in Lovina, im Norden Balis. Nebelschwaden liegen noch über den Reisfeldern, als wir mit unserem Trekking Guide zu unserem Dschungeltrek aufbrechen. Wir fahren ca. 1 Std. per Motorbike ins Gebirge, bis kein Vorankommen mehr möglich ist. Dort parken wir die Bikes und machen uns zu Fuß auf den Weg. Hier startet unsere Trekking Tour durch Balis Norden.

Wir treffen auf einsame Hütten Einheimischer, die Kaffeefrüchte und Pflanzen trocknen. Immer wieder begegnen wir spielenden Kindern am Wegesrand. Sie begrüßen uns mit lautem Geschrei und Tanz.

Nach einiger Zeit der Wanderung treffen wir im dichteren Dschungel auf eine einsame Hütte. Zwei apathische wirkende Kids stehen vor der Hütte. Mit leeren Augen sehen sie uns an. Sie bewegen sich nicht. Auch nicht, als wir minutenlang vor ihnen stehen und sie anlächeln. Eine skurille Szenerie. Wir befinden uns mitten im Dschungel Nordbalis. Im Hintergrund läuft Heavy Metal Musik. Als ich meine Kamera anschmeiße, um das ganze auf Video festzuhalten, geschieht folgendes:

Wir ziehen weiter. Die Trekking Tour ist wunderschön! Sattgrüne Reisterrassen, 100 Meter hohe Wasserfälle, die mitten aus dem Dschungel in die Tiefe stürzen und exotische Früchte, über die wir neugierig herfallen (nachdem unser Guide uns versichert hat, dass sie essbar sind). Wir essen die sonderbare Schlangenfrucht, die einer stacheligen Kastanie ähnelt und schmeckt wie ein saurer Granny Smith. Wir lutschen Kakaofrüchte, riechen an Vanilleschoten und allerlei anderem exotischen Gewächs.

„Scheiss-„Luwak Coffee

Nach einigen Stunden treffen wir auf eine Farmer, der den exklusiven Luwak-Kaffee, auch als Shit-Coffee bekannt, herstellt. Die Bohnen (eigentlich Kaffeekirchen) verfüttert er an eine Schleichkatze. Die Verdauungssäfte der Katze besitzen besondere Enzyme, die der Bohne eine besondere Würze verschaffen (angeblich!). Anschließend scheidet das Tier die Kaffeefrucht wieder aus. Der Farmer röstet die Bohnen, aus denen ein vorzüglich aromareicher und starker Kaffee entsteht. Der Kilopreis von gute Luwan-Kaffee liegt bei unglaublichen 75 Euro. Die ausgeschiedenen Bohnen sehen dann so aus.

 

 

Wir ziehen weiter. Bisher war das Trekking ziemlich locker. Der Weg wir nun beschwerlicher und es geht steil bergauf. Nach einer Weile erreichen wir eine kleine Hütte, an der wir Rast machen. Wir trinken Kokosnusssaft und essen die schmackhafte Kokosnussfrucht, die zu meinem Erstaunen nicht trocken, sondern saftig ist. Man erklärt uns, dass es sich um eine junge Kokosnuss handelt. Exportiert werden dagegen nur alte Kokosnüsse, deren Mark dann ausgetrocknet (und absolut ungenießbar) ist. Dazu essen wir einen Klumpen Reis „mit irgendwas“. Einige Einheimische leisten uns Gesellschaft.

Ich schaue zu, wie ein Local gekonnt mit 3 Schlägen die Cocosnüsse öffnet. In diesem Video zeige ich euch, wie es NICHT funktioniert:

www.youtube.com/watch?v=OK0_caheYy0

Später erklettern wir Berghände, seilen uns an Lianen ab und durchqueren knietiefe Flüsse, die sich ihren Weg durch den Dschungel bahnen. Wir baden in Wasserfällen und lassen uns von den herabstürzenden Wassermassen eine Kopfmassage verpassen.

 

Dschungelalltag eines jungen balinesischen Mädchens

Immer wieder treffen wir auf Familien, die hier leben, mitten im Berg, mitten im Dschungel, in totaler Einsamkeit. Was macht man hier den ganzen Tag in so einer Gegend, außer die wunderschöne Natur zu bewundern – ständig. Als ich ein junges Mädchen treffe, spreche ich sie auf ihr Leben hier im Nirgendwo an. Was macht ein junges Mädel im besten Alter den ganzen Tag im Dschungel?! Hier gibt es rein GAR NICHTS! Weder Face- noch MacBook!

Sie erklärt mir, dass sie zur Schule geht, jeden Tag. Sie legt eine sehr lange Strecke zu Fuß zurück, um zur Schule zu gehen (könnte mir nicht passieren). Sie spricht gutes Englisch. Ich frage sie, ob sie nicht viel lieber in der Stadt leben würde, wo mehr los ist. Sie verneint! Es gefällt ihr hier sehr gut, sagt sie. Ich kann das zwar nachvollziehen, für einen begrenzten Zeitraum, aber nicht für ein gesamtes junges Leben. Wir schenken dem Mädchen eine Blume, sie steckt sie sich ins Haar und ich fotografiere sie. Ich mache mir einen Spaß daraus, sie zu fragen, ob sie Facebook kennt, lache und drehe mich gleichzeitig weg, als ich hinter mir ein deutliches „YES“ höre. Ich schaue sie verdutzt an. „Natürlich bin ich auf Facebook.“ sagt sie. „Wer denn nicht?“

 

Etwa 8 Stunden dauert unsere Trekking Tour durch Balis Dschungel im Norden der Insel. Als wir unsere Motorbikes erreichen, sind wir völlig geschafft und hungrig und freuen uns bereits auf unsere weichen Betten.

Eine Dschungel Trekking Tour auf Bali kann ich nur jedem empfehlen. Fragt in Lovina einfach in eurem Hotel nach oder sprecht Einheimische in Restaurants an. Im Grunde kennt jeder Local einen Tourguide und kann euch vermitteln.

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3 comments

  1. Isabella

    Deinen Blog zu verfolgen macht tierisch fun; weiter so! Ich bleib an dir dran! LG aus Guantanamo

    • admin

      Ich musste doch tatsächlich kurz überlegen, welcher Depp Urlaub in Guantanamo macht…

      • Isabella

        Das ist doch ein gutes Zeichen, du hast genügend Abstand zu all dem Shit hier und genauso soll es sein… wünsche dir eine aufregende Zeit und fun ohne Ende, lG

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