Supertrees @ Gardens by the Bay

Supertrees @ Gardens by the Bay

Genau 1 Jahr ist es her, dass mir mein Kumpel Edwin aus Singapur Fotos einer neuen Attraktion zusandte, die mich beim ersten Hinsehen regelrecht umgehauen haben. Und das ging scheinbar nicht nur mir so, denn als ich daraufhin einen Artikel darüber schrieb, war dieser innerhalb von wenigen Wochen der meist gelesene Artikel auf Lookin for Jonny, seit Start des Blogs in 2011. Es geht um den modernsten und zukunftsweisenden, sowie abgedrehtesten botanischen Garten der Welt:

Gardens by the Bay!

Das Schlimmste an der Sache – ich war selbst noch nicht einmal vor Ort, konnte nicht über meine eigenen Eindrücke berichten, musste mich fremder Fotos bedienen und mir die Informationen aus dem Internet beschaffen, was gibt es ätzenderes für einen Blogger!? Höchstens Hühnerfuß-Suppe in Hong Kong, ok, aber sonst?

Hier musste ich einfach so schnell wie möglich Abhilfe schaffen. ICH WAR DA! ENDLICH!

Gardens by the Bay ist intens, soviel vorab. Für geübte Sightseeer sicher innerhalb eines vormittags abhakbar. Für Fotoenthusiasten, Floristen und Architekturjunkies, keine Chance das Thema in weniger als 3 Tagen zu absolvieren. So musste ich also zwei mal zurückkehren, um das Gardens by the Bay Erlebnis zur vollen Güte zu genießen, denn ich zähle mich sowohl zur Gruppe der Fotoenthusiasten also auch Architekturjunkies.

In den nächsten 3 Artikeln gibt es also hier das volle Gardens by the Bay Programm. Let´s go!

Die „Vorgärten“

Zunächst einmal besticht der Garten durch seine optimale Location, gleich hinter dem Marina Bay Sands. Ich komme also nicht nur in den Genuss wahnsinnig toller Fotos des Gartens himself, sondern auch des beeindruckenden Mega-Hotels Marina Bay Sands, und zwar diesmal von der Rückseite, die ich bisher noch nicht gesehen hatte. Ein Traum von einem Gebäude.

Während zur Vorderseite des Gebäudes Marina Bay mit der überwältigenden Skyline des Finanzdistrikts liegt, eröffnet sich mir hier eine Oase, mit einer großen grünen Wiese, Palmen und tropischer Vegetation, mitten in einer Millionen City. Ein kleiner Fluss trennt die City Area vom botanischen Garten und eine Brücke führt Richtung Gardens by the Bay. Am Horizont erscheint die unverwechselbare Silhouette des freakigsten botanischen Gartens der Welt. Beim ersten Hinsehen bringen ihn Besucher vor allem mit dem Blockbuster Avatar in Verbindung. Futuristisch, kreativ, modern und nirgends auf der Welt wurde jemals auch nur annähernd ein ähnliches Projekt entwickelt und gebaut.

Zunächst durchquere ich kleine themenorientierte Gärten – die Heritage Gardens. Sie werden unterteilt in

  • Indian Garden
  • Chinese Garden
  • Malay Garden
  • Colonial Garden

Die Einteilung und Ausgestaltung der Gärten spiegelt im Grunde auch den bunten Bevölkerungsmix Singapurs wider, eine multikulturelle Nation aus Chinesen, Indern, Malaysiern und einem Mix europäischer Kulturen, vor allem der britischen, die auf die Kolonialzeit der Briten in Singapur zurückzuführen ist.

Die Supertrees

Durch die Gärten gelange ich dann mitten unter die gewaltigen Supertrees, vor allem sie sind es, die viele Besucher, wegen ihrer skurrilen Optik, an den Film Avatar erinnern. Was soll ich sagen, zieht euch diesen optischen Wahnsinn rein.

Noch viel beeindruckender jedoch, ist die ausgeklügelte Bauweise der gesamten Anlage, über die ich bereits in meinem Artikel im vergangenen Jahr berichtete. Ein außergewöhnlich kluger Kopf hat hier ein künstliches System entwickelt, das sich alle Funktionen eines natürlichen Baumes zunutze macht, um den Garten mit natürlichen Ressourcen zu versorgen, z.B. Sonnenlicht, Wind, Wasser, etc. Alles wird auf clevere Weise durch den innovativen Bau der künstlichen Supertrees direkt aus der Natur geliefert. Bis zu 50m ragen die „Bäume“ in die Höhe und werden auch als vertikale Gärten bezeichnet, denn sie sind in ihrer gesamten Höhe mit Bromelien, Farnen, Orchideen und Lianen bepflanzt.

Mittels Sonnenkollektoren fangen die Bäume das Sonnenlicht ein und wandeln es in Energie um, Energie, die der Supertree für eine Vielzahl Funktionen benötigt. In etwa so, wie bei einem natürlichen Baum, der in einem biochemischen Vorgang die Lichtenergie der Sonne in chemische Energie umwandelt. Die Supertrees nutzen diese Energie zur Abenddämmerung zum Beispiel zur Beleuchtung der Gärten.

Die trichterförmige Bauweise der Supertrees dient als Regenwasser-Auffangbecken und bewässert so mittels Wasserfontänen und Bewässerungsanlagen die natürlichen Teile des botanischen Gartens.

Die Supertrees wurden weiterhin strategisch so platziert, dass sie vorbeiziehende Winde in eine gewünschte Richtung lenken, die innerhalb des Gartens für sanfte Brisen sorgen und mittels Zu- und Abluftanlagen zur Kühlung der Wintergärten dienen, was wiederrum die Klimaregulation natürlicher Bäume imitiert.

Ist das nicht TOTAL A-B-G-E-D-R-E-H-T???

Gerade die Supertrees dürften für Besucher, vor allem für Fotoenthusiasten, das Highlight der Gärten sein.

Ganz klare Empfehlung: Kommt zum späten Nachmittag und schießt die gigantischsten Fotos zur Abenddämmerung, wenn langsam die Lichter angehen, während noch ein wenig natürliches Licht vorhanden ist. Anschließend geht ihr zurück Richtung Marina Bay Sands. Dort befindet sich eine Anhöhe, von der aus die gesamte Anlage mit ihren beleuchteten Bäumen fotografiert werden kann. Stativ nicht vergessen!

Von der Brücke, die Richtung Marina Bay Sands zurückführt hat man einen fantastischen Blick auf den Flyer, das größte Riesenrad der Welt mit 3 Supertrees und einem Teil des Flower Domes im Bild. Die Aussicht ist wirklich der absolute Knaller. Ich sehe ja so einiges, seit ich eine längere Zeit reise und stumpfe ungewollt ab.

„Dinge, über die ich mich früher wie ein kleines Kind freuen konnte, werden mit der (Reise)Zeit gewöhnlich. Die Dinge ändern sich nicht, nur Deine Sichtweise. Und dann, zwischendurch trifft es mich wie ein Schlag…selten nur noch, aber wenn es mich trifft, dann wie mit dem Vorschlaghammer voll vor die 12. Als wenn mir jemand sagen möchte: WACH AUF, Du abgestumpfter Idiot und zieh Dir das rein!“

Gardens by the Bay – ohne Zweifel eine der coolsten Dinge, die ich auf meiner Reise sehen durfte.

Lichtershow

Zweimal pro Abend findet eine Lichtershow mit Musikbegleitung statt, die ich jedoch als etwas „lahm“ bezeichnen möchte. Hier hätte ich bei diesem Kaliber an Innovation und Technologie etwas mehr erwartet.

Walkway

Bis 19 Uhr kann man den Walkway zwischen den größten Supertrees besuchen. Wie kleine Ameisen bewegen sich die Silhouetten der aufgeregten Besucher über den mit Drahtseilen zwischen den Bäumen gespannten Weg.

Kostenpunkt 5$. Von hier aus lassen sich Pics aus einer völlig anderen Perspektive aus den Supertree Baumkronen schießen. Ich beschränke mich darauf, meine Eindrücke vom Boden aus festzuhalten, denn die Zeit unterhalb der Supertrees verging wie im Fluge, sodass ich leider 5 Minuten zu spät kam, kein Einlass mehr für mich. Aber keine Sorge, ich werde nachliefern.

Chill-out

Eine kleine Wiese zwischen Gardens by the Bay und Marina Bay Sands lädt zum nächtlichen Picknick ein. Ich lege mich hier auf die Wiese und starre abwechselnd Richtung Marina Bay Sands und Supertrees, wie ein kleiner Jonny, der soeben zum ersten Mal dem Weihnachtsmann begegnet ist. Freude!

Ich muss zu meinem Leid gestehen, dass die Fotografiererei (und sicher geht es vielen von Euch genauso), oftmals vom reinen Genuss ablenkt, sodass man am Ende 1 Mio. Fotos im Kasten hat, doch nicht wirklich „da“ war. So genieße ich es, nach getaner Fotoarbeit, auf dieser Wiese zu liegen und nach Stunden erstmals die einmalige Atmosphäre auf mich wirken zu lassen. Vor mir das beleuchtete Marina Bay Sands und hinter mir die Gardens by the Bay Supertrees mit ihren funkelnden Astspitzen – absolut magisch! 

Besuch der Heritage Gardens und Supertrees von Gardens by the Bay

Kostenpunkt: for free

Wie kommt man hin?
per MRT (0,70 $). Station Esplanade aussteigen und dann den Schildern folgen (10 Min. zu Fuss).

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