Süzpazifische Souvenirkultur

Süzpazifische Souvenirkultur

Reist man durch die Südsee, dann trifft man an jeder Ecke auf nackte Typen mit langen Dingern. Zum Glück für meinen Sehnerv und zum Jammer für die Frauenwelt, handelt es sich dabei nur um kunstvolle Holzskulpturen, die tief in der Tradition der Inseln verwurzelt sind. Trotzdem erschrickt man als westlicher Tourist (und vor allem als Mann) immer wieder über die überdimensional herausgearbeiteten Geschlechtsteile (der Mann an sich neigt ja immer zum Vergleich).  So treibt einem, der Anblick, das ein oder andere mal, den Angstschweiß auf die Stirn und den Frauen entlockt es ein amüsiertes Schmunzeln, neben bemitleidenden Blicken für den nebendran stehenden Gatten. So ist mir die auf Tahiti gesehene Version, mit verdeckendem Lendenschurz dann irgendwie sympathischer (nicht das ich den Vergleich scheuen würde, aber…nur so halt).

Die Nacktheit der Figuren rührt aus der Maori Kultur, in der auch die kulturellen Tänze nackt aufgeführt wurden und die wegen ihrer lasziven Bewegungen weltweit lange verpönt waren. Zumindest als witziges Mitbringsel von den Cook Inseln oder Französisch Polynesien, ist die nackte Holzfigur als Souvenir für die meisten Touristen 1. Wahl.

Es aber auch jede Menge nutzbare Handwerkskunst für Touristen, wie schöne Taschen und Hüte, Figuren, allerlei mit Blumen und wer den Po seiner Liebsten zu Hause auch mal so schön wackeln sehen möchte, wie die der südpazifischen Hula-Tänzerinnen, der sollte ein traditionelles Baströckchen einpacken, das es auf Märkten in Tahiti zu kaufen gibt.

Wenn auch leider vergänglich, stehen bunte schöne Blumenketten ebenfalls für den Flair und die Schönheit der Südsee und wer in einem hochpreisigen Hotel untergebracht ist, dem wird auch eine Blumenkette um den Hals geworfen werden, sobald er aus dem Flugzeug steigt. So bin ich armer Backpacker auf den Inseln der Südsee, neben glücklichen frisch verheirateten Paaren, immer der einzige, der am Flughafen ohne Blumenkette herumläuft, bis….ja bis mir die Guesthousebetreiberin auf Maupiti zum Abschied eine selbstgemachte Blumenkette überreicht. Nach inzwischen sechs Wochen Südsee freue ich mich riesig über das kleine aber herzliche Blumengeschenk und trage sie am nächsten Tag stolz, wie eine riesige Rolex, die mir am Hals hängt, als ich mein Boot besteige.

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