Formel 1 ich komme oder „I miss my car“

Formel 1 ich komme oder „I miss my car“

Ich hatte kürzlich das Vergnügung einen Blick hinter die Kulissen der Formel 1 Grand Prix Strecke Malaysias zu werfen. Die Rennstrecke liegt ca. eine Autostunde von Kuala Lumpur entfernt und eine Reise zum Formel 1 Rennen in Malaysia lässt sich wunderbar mit einem Städteausflug in KL (Kuala Lumpur) verbinden. Um was für eine fantastische Stadtes sich hier handelt, habe ich bereits ausführlich hier beschrieben. Ich lege diese Woche noch ein paar aktuelle Bilder von dieser Reise nach.


Meine Tour startet in der Loge, aus der sich die Königsfamilie Malaysias jährlich das Rennen zu Gemüte führen darf. Schöne fette gepolsterte Sessel anstatt Kunststoffschalensitze. Direkter Blick auf die Boxengasse und die Zielgerade. Das würde mir auch gefallen.

Alle paar Minuten sausen Testfahrer mit ihren Boliden über die Strecke. Man sieht die Wagen bereits ganz klein aus der Ferne in die Kurve fahren und langsam näherkommen, kein Geräusch, nichts. Sekunden später überqueren sie die Ziellinie mit einem gewaltigen Motorenlärm, als wenn eine fette Boing die Rennstrecke gerade als Landebahn verfrühstückt. Seeehr beeindruckend. Erinnerungen an meine peinliche Zeit im tiefer gelegten Dreier-BMW kommen hoch.

Dann besuche ich die Boxengasse und erfülle mir einen langersehnten Traum (gut, ganz präzise befinde ich mich im Wunschtraum eigentlich auf der Tribüne in Monaco, und zwar während des Rennens, ganz knapp daneben wunschtraumerfüllt).

Ich stehe jetzt direkt an der Zielgeraden, muss nur meine Hand ausstrecken, damit sie vom nächsten Boliden abgefahren wird. Der Pilot, der hier einsam seine Runden dreht, kehrt wieder in die Kurve zur Zielgeraden ein. ROOOAAARRRRRRR. Die Geräuschkulisse, hier unten ist etwa 1000x lauter, als oben aus der VIP-Lounge.

Jonny will auch mal fahren!!!

Absolutes Gänsehaut-Feeling! Die Temperaturen liegen bei gefühlten, recht angenehmen 70 Grad und auf der Strecke sieht man deutlich, wie die Luft, die vom Asphalt aufsteigt, vor Hitze flimmert. Dann röhrt ein Maserati wie ein Geschoss an mir vorbei. Oh man, das ist der absolute Wahnsinn! In der Boxengasse macht sich gerade ein Fahrer mit seinem privaten Lotus bereit.

Ich mache einen Abstecher ins Kontrollzentrum. Hier haben wachsame Augen einen Blick auf knapp 40 Bildschirme und beobachten das Geschehen auf der Strecke aus allen Winkeln.

Und dann…ich möchte weinen…denn ich treffe auf dieses Schmuckstück hier. Ich würde glatt ein Auge zudrücken und sofort mein nagelneues Busticket dagegen eintauschen. Meinem Wunsch eine Runde in seinem Auto hinzulegen kommt der Kollege nicht nach, komisch die Malaysier.

However, auf meiner Bucketlist für dieses Jahr landet definitiv ein Besuch eines Formel 1 Rennens live irgendwo in Asien. 2 Stunden lang ohrenbetäubender Motorenlärm und schnelle Autos. Das muss drin sein, dieses Jahr.

Vom vermissen und so

Ich werde immer wieder gefragt, ob ich nicht etwas vermisse, irgendetwas von zu Hause, etwas aus Deutschland.

Regen? Schnee? Jahreszeiten? Nein danke!

Freunde? Ja vielleicht manchmal.

Aber meinen treusten Freund (ich habe keinen Hund…) mein Auto. bzw…mein Ex.

(Achtung: Backpacker-Sentimentalitätsmodus ON) 

Zum ersten mal vermisse ich ihn (das könnte jetzt mißverständlich sein, ich weiß) OK, das können jetzt vielleicht nur Jungs verstehen. Einfach einzusteigen und irgendwohin zu fahren oder das Dach zu öffnen und im Grünen die Sonne zu geniessen. Durch die Gebirgslandschaft der Eifel zu brettern oder mit Vollgas über die Autobahn. Ich vermisse am Wochenende Formel 1 Rennen zu schauen, Warm Up, Qualifying, das Rennen mit den beiden nervigen Kommentatoren und Michael Schumacher für Deutschland siegen zu sehen. Ich weiß nur, dass in Deutschland immer noch Winter ist und Autofahren gar keinen Spaß macht. Und Schumacher heißt jetzt Vettel und gewinnt immer noch. Die Zeit vergeht wie im Fluge und alles ändert sich. Ich will Auto fahren…

…und ich frage mich, was nur mit mir geschehen ist. Ich bin zum Busfahrer geworden.

(Backpacker-Sentimentalität OFF)

Strände, Reisen, Streetfood, Parties, Kultur satt. Das klingt alles so beneidenswert, zumindest aus dem fernen verregneten Deutschland betrachtet. Man sehnt sich immer nach Dingen, die man nicht hat und neigt dazu Luxus über den man bereits verfügt, nicht zu schätzen. Mir wird klar, Autofahren ist purer Luxus und verkörpert das Gefühl von Freiheit und Lebensfreude wie kein anderes Luxusgut. Dabei ist völlig Wurscht, um welches Fahrzeug es sich handelt. Das ist uns nur nicht klar, weil ein Auto, genau wie ein Fernseher, in Deutschland bereits zum absoluten Existenzminimum gehört. Ich würde jetzt einiges dafür geben eine abgewrackten Ford Fiesta zu besitzen, um mit 250 km/h über die Rennstrecke zu heizen (Geht das???).

Kann mich irgendjemand verstehen?

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2 comments

  1. Ich hatte mein Auto verkauft weil Job in der Innenstadt und da kann man eh nicht parken und zum herumstehen ist das doch zu schade und ich hab’s dermaßen bereut. Zwei Jahre hab‘ ich ausgehalten (davon fuhr ich im Winter immer mit dem Auto meiner Mutter weil sie’s da nicht anrührt) und dann kam wieder ein Auto, endlich! Zuerst ganz vernünftig ein Smart FourTwo und dann wurde aus einer „nur Probefahrt“ ein Smart Roadster. Endlich Dach auf und Sonne rein. Endlich Spaß beim Kurven fahren. Und sogar im Stadtverkehr macht das Go-Kart Feeling Spaß.

    Wie du schon sagst, ein Auto (vor allem in der Großstadt) ist eigentlich reiner Luxus (die Öffis tun’s ja auch), aber dafür kriegt man jede Menge Freiheit und Lebensfreude. Das mag‘ ich auch nimmer hergeben, auch wenn’s kostet 🙂

    Und OMG, dieser Lotus Elise… der Mustang (?) ist auch toll, aber der Lotus!!! Die schöne Elise ist nicht mal so teuer!

    • admin

      Agree, der Mustang wäre ein richtig lässiges Backpackergefährt, wie ich finde.

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