USA, ganz schön FAT

USA, ganz schön FAT

Da bin ich nun…

„in the USA“.

Crazy. Hier wollt ich doch nie hin. In das Land der Weissbrotfresser (1) und Fast-Food-Junkies (2). Nirgends ein ordentliches Restaurant zu finden (3), gesunde ErWHAT?! (4). Die Straßen überlaufen mit 180 Kilo Tonnen (5). Der ultimative Überwachungsstaat (6) und für die Menschen hier, gibt es nur eins auf diesem Planeten- die USA. Menschen, für die Deutschland eine Stadt in Europa ist (7). Menschen, die ich vermutlich aufgrund ihres unmöglichen US-Slangs nicht verstehen werde (8). Was mache ich hier???


Wenigstens ein sicheres Land, eines der sichersten Reiseländer überhaupt, wie man mir versichert (9) und mit Florida und Kalifornien beschränke ich mich auf die Sunshine-States, übers ganze Jahr schönes Wetter (10), schöne Menschen, gute Laune, Strandleben. Also warum nicht…

NIX IS!

Und damit möchte ich mit 10 haarsträubenden Vorurteilen ggü. den USA aufräumen.

zu 1) Neben Hong Kong, ist die USA eines der wenigen Länder, wo endlich wieder Brot in allen Variationen angeboten wird. Körnerbrot ist angesagt und nicht nur „Ich bin will ein Berliner!“ Weissbrot-Nation? Fehlanzeige!

2) Es wimmelt geradezu von Restaurants, die Futter aus aller Herren Länder anbieten. Hier gibt’s genauso viele italienische Geldwäschebuden Pizzerien (ist ja auch viel gesünder), mexikanische Restaurants, Inder, Chinesen, und Co., wie in Deutschland, wenn nicht sogar mehr. USA – ein Schlemmerparadies!


3) Die USA ist geradezu überschwemmt mit Vitamin-Produkten und allen möglichen Nahrungsergänzungsmitteln die (natürlich nicht) zur gesunden Ernährung beitragen. Die Amis sind „crazy bout Vaitamains“. So ist mindestens eine komplette Wand von 10 (!) Metern in jedem gut sortierten Supermarkt komplett gefüllt mit Vitamin A-Z.


4) + 5) Mein 1 stündiger Spaziergang von der Golden Gate Bridge zur Fishermans Warf, entlang San Franciscos Küste, ist geprägt von Frustration, als mir ein Modeathlet nach dem anderen entgegen joggt. Wo sind denn jetzt die fetten Amis hin?! Bei kühlen 12 Grad, lassen die Jungs es sich nicht nehmen, mit nacktem Oberkörper den Strand entlang zu joggen, mir klatscht ein Sixpack nach dem anderen ins Gesicht. Ich beruhige mein Gewissen mit dem Gedanken, dass das alles nicht echt sein kann, alles implantiert oder so, keine Ahnung, USA halt.

Ganz eindeutig: in Deutschland sehe ich auf den Straßen Kölns definitiv mehr übergewichtige Menschen, als in den USA. Der Fitness- und Gesundheitswahn hier ist gewaltig.


6) Die einzige Form, der für mich als Deutschen ungewöhnlichen Überwachung, befand sich mittels Kamera- und Tonaufzeichnung in den Bussen. Und ich war dafür, speziell wegen 9) verdammt dankbar!

7) Good old Germany ist hoch angesehen in den USA. Das kein Mensch hier weiß, wo Deutschland überhaupt liegt, ist der absolut größte Schwachsinn überhaupt, denn jeder zweite hier scheint mind. Viertel-, wenn nicht Halbdeutscher zu sein. Nach dem 2. Weltkrieg ist ein großer Teil Deutscher in die USA und nach Brasilien ausgewandert. Ich kann mein Deutschlandshirt  in den USA kaum tragen, weil mich jeder auf der Straße anquatscht

„Hey Germany?! My grandma is german, „wui gähts?! Gutt? Meine Name is Robert, Gutten Tak, Auf Widdersen, Yeah hahaha. Germanyyyyy, I LOVE GERMANY.“

Wir bauen BMW, Mercedes und Porsche und Amis LIEBEN deutsche Autos. Auf vielen Straßen haben deutsche Karossen die Oberhand. Zweite Frage in jedem „Whereareufrom“-Talk ist „Von wo in Deutschland?“ denn die Amerikaner wissen sehr wohl, wo Deutschland liegt und waren zuhauf schon dort im Urlaub, ich sage nur

„Germany? Ouh Oktoubarrrrfässst“.


Im Inland der USA, also nicht an den Küstenstaaten, sieht die Sache nach Aussagen anderer Reisender etwas anders aus. Hier wohnen die Hardcore Amis, die etwas ignoranter ggü. der restlichen Welt und auch weniger zivilisiert und mehr dem Weißbrot zugeneigt sein sollen (na also!).


8.) Thank god for American English! Briten und Australier dieser Welt:

Bereist Amerika und lernt sprechen!!!

Endlich verstehe ich wieder was. Sauberes, Slang freies Englisch. Hier hört sich ein Satz wieder an wie humane Kommunikation (Gespräche mit dunkelhäutigen Ghetto-Gängstern in Miami mal ausgenommen).

9) Neun Monate unterwegs in 11 Ländern! Ich habe mich in keinem Land so unsicher gefühlt, wie in den USA. In San Franciscos Straßen wimmelt es geradezu von Obdachlosen, Drogenjunkies und anderen komischen Gestalten, denen man nachts besser nicht begegnet. Hier erreicht das Betteln eine neue Dimension. Schilder weisen darauf hin, wofür das Geld verwendet wird

„Why lying. Give me money for beer.“

Der gepflegte Drogendealer auf SF´s Hippistraße flippt auch gerne mal aus.

Nähe Alamo Square im Hippi Viertel.
Afroamerikaner flüstert mir zu „Cohmmine?“
„Hä?“
„Cohnuschelnuschel.“
Ich versteh kein Wort man, „Sorry?“
COCAINE man, u want Cocaine?“
„No no, thanks.“ (Schnell weg hier. Das ist doch illegal, oder?!)

Fünf seiner Homies stehen auf und sehen in meine Richtung. Er stellt sich mir in den Weg, reist die Augen auf wie ein Wahnsinniger

„WHY U DONT FUCKIN WANNA HAVE MYYYYY COOOOCAAAAAIIIINNNEEEE FUCKIN FUCK UUUUUU MAN FUCK UUUUU“ und zeigt mit seinem Stinkefinger auf meine Brust.

Ein Polizist geht über die Straße, keine Reaktion! Dies mitten auf einer bevölkerten Straße San Franciscos. Ich gehe mit einem gezwungenen Du-hast-das-weltbeste-Koks-ich-wills-aber-trotzdem-nicht-Lächeln weiter Richtung Golden Gate Park. Am Eingang des Parks reihen sich Zelt an Zelt, ca 10, total abgewrackt. Drumherum wuseln etwas 50 Obdachlose, nehmen oder handeln mit Drogen, brüllen herum, es läuft laut Musik, sie haben sich ihr eigenes Reich mitten in San Francisco geschaffen. Ich traue mich nicht meine Cam herauszuholen, um ein Foto zu schießen. Ich kehre um, und verlasse die Gegend, die zu den TOP-Sights San Franciscos gehört.

Wenn ich an amerikanische Action-Movies denke, fällt eins auf: Immer eine Polizei-Sirene im Hintergrund.

Eines Nachts in einem Hostel in San Francisco.
Wir machen uns den Spaß und stoppen nachts die Zeit zwischen Polizeisirenen und kommen nach kürzester Zeit auf 22 Einsatzwagen, die alleine unseren Block in San Francisco passieren. Davon 90% im 10 Minuten Takt, manche in kürzeren Abständen. „Sicher“ ist anders.


10) Sunshine State?! Heißt das nicht, dass die Sonne scheint? Und dass es schön warm ist? Ich friere mir den Popo bei 12 Grad an der US-Westküste ab und bin froh, um meine Hong Kongnesische 1A-Daunenjacke, made in China. Auch hier gibt es perfekte Reisezeiten, und die liegen nicht gerade am Jahresanfang. Etwas schattig hier zurzeit.

Wie auch immer, erstens ist alles anders und zweitens als man denkt, vor allem wenn man reist… für mich hier, ganz speziell. Ganz schön cool, dieses….USA.

 

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6 comments

  1. Sebi

    Hey,

    Die Küsten und ganz speziell SF und NYC sind NICHT repräsentativ für die USA!!!

    In den 90% dazwischen gelten die meisten deiner Vorurteile leider 🙂

    Viel Spaß weiterhin…

    • admin

      dann bin ich ja froh, dass per Flieger von west nach ost gereist bin 🙂

  2. Da bin ich aber froh, dass Du mit ein paar von deinen Vorurteilen aufräumen konntest.
    Das ist absoluter Quatsch, dass alle Vorteile stimmen. Ich bereise die USA seit 17 Jahren und war in allen 50 Staaten. Natürlich gibt es immer Menschen, die dem Klischee entsprechen, aber die gibt es in Deutschland auch (sage nur: Lederhosen & Weißwürste). Ich bin aber immer überall super aufgenommen worden. Und ja, SF ist wahrscheinlich der einzige Ort, wo soviel Penner rumhängen. Außer vielleicht in Santa Monica, aber da ohne Koks.
    PS: Kalifornien ist über 1000 km lang. Im Süden ist es wärmer! Versprochen!

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