Voulez-vous coucher avec moi?!

Voulez-vous coucher avec moi?!

Das sind auch schon die einzigen  Worte, die mir in dieser grässlichen, Zungen vergewaltigenden und meine Schulzeit zunichte machenden Sprache über die Lippen kommen. In Deutschland ein Dauerlacher. Hier in französisch Polynesien finden die das gar nicht so lustig – komisch! Doch das hält mich nicht davon ab, jedem auf die Nase zu binden, dass dies mein einziger Satz ist, den ich auf Französisch beherrsche.

Oohh no, I dont speak french…only la voiture, bonjour and voulezvour coucher avey moi – HAHAHA. Geqääältes Grinsen auf der französischen Gegenseite.  Die verstehen einfach keinen Spaß, die Franzosen.

Willkommen in Frankreich!

Willkommen auf Tahiti!

Der französische Einfluss prägt die Insel extremst.

Die Hunde werden kleiner,

das Brot größer,

die Frauen hübscher,

das Bier schmeckt abscheulicher, das Flaschenlabel ist umso schöner

und am anderen Ende der Welt wieder in Europa angekommen, gibt’s auch endlich wieder ordentliche Steckdosen mit richtig Saft.

Von Tahiti aus hat man einen direkten und wunderschönen Blick auf Mo´orea. Per Boot ist die Insel für 8,- € innerhalb einer halben Std erreichbar.

Ich würde Euch nun gerne die wahnsinnig schönen Strände Tahitis zeigen mit zu polynesischen Klängen tanzenden Blumenmädchen…doch die gibt es hier nicht. Gut, sie mögen geringfügig geiler sein, als unserer Nordseestrände, aber das soll hier nicht der Maßstab sein, nicht, wenn mich die Anreise 30 Stunden kostet und meine halbe Altersvorsorge verschlingt. Dies hier ist ein Strand an der Westküste (PK 18) und damit auch schon einer der schönsten der Insel.

Tahiti wird weit überschätzt. Alleine der Name weckt in vielen bereits Fernweh und produziert Südseeträume  in unsere Schädel. Doch Tahiti ist einer eine riesige Insel mit viel Verkehr, einem riesigen Hafen und der Knotenpunkt Polynesiens zum Anfliegen der weiteren Inseln.

Hier kauft man sich seinen Airpass, um schnellstmöglich wieder von hier zu verschwinden.

Und wenn einige böse Zungen immer behaupteten, ich käme einmal in die Hölle…nope! Hier ist mein Ticket ins Paradies!

Es wäre unfair, Tahiti mit Bora Bora zu vergleichen. Wer hier gleichwertiges erwartet, wird sicher enttäuscht werden. Tahiti hat viel von Frankreich. Der Flair ist da, sowohl negativ, als auch positiv. Und damit spreche ich die Sicherheit an. Wirklich safe fühlt man sich hier nachts auf der Straße nicht. Beim Besuch einer der nördlichen schwarzen Strände werde ich von einem kleinen Mädchen davor gewarnt, ins Wasser zu gehen und meine Sachen unbeaufsichtigt zu lassen oder den Strand entlang zu laufen, da überall Jugendliche darauf warten, Touristen auszurauben oder so einem Blondschopf wie mir auch gerne mal eins auf die Fresse zu geben.

Im Süden sollen die touristischeren und schöneren weißen Strände liegen, die jedoch ohne Mietwagen (80,- €) nicht erreichbar sind, es sei denn, man will 1,5 Stunden im Verkehrsbus, der alle 1000 Meter hält über das hügelige Land Tahitis fahren. Motorroller gibt’s es hier nicht. Jedenfalls nicht zur Miete.

Ich sehe Tahiti also nur als einen Zwischenstopp ins Paradies an, genieße bei meinem Übelkeit erregenden Bier, welches in Zeitungspapier eingewickelt verkauft wird, mein reichhaltiges Backpacker-Dinner

und den Blick auf den Sonnenuntergang hinter den Hügeln von Mo´orea, der die Silhouette in flammendes Licht hüllt, während sich neben mir mein Zimmerkumpane den Arsch weglacht, weil er so bekifft ist, wie ich selten jemanden erlebt habe. Ein fantastischer Abend.

Zu späterer Stunde zieht dann noch ein älterer Herr + Prostituierte ein. Auf die Einzelheiten gehe ich hier nicht weiter ein, nur soviel:

Die Wände sind hier papierdünn und Viagra hat ab einem gewissen Alter definitiv eine Daseinsberechtigung! Denn als ich mit meiner VideoCam, den Finger am Auslöser, vor der Tür stehe, um das Event für Euch aufzuzeichnen, ist es auch schon vorbei.

Der Kerl mit dem ich mir mein Zimmer teile, ein 45jähriger Saisonarbeiter aus Huahine, kifft sich nicht nur jeden Abend eine ganze Plantage weg, sondern schnarcht auch noch wie ein kanadisches Sägewerk. So komme ich erstmals auf dieser Reise in den Genuss des Couchsurfens – auf der Couch der Pension im Gesellschaftsraum. Das sollte dann auch mein Schlafplatz für die nächsten 3 Nächte werden, ich bin begeistert.

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1 comment

  1. Sil

    Tahiti zeigt seine Schönheit im Landesinneren. Es gibt Jeep-Touren inkl. schwimmen in Kraterseen. Ist sein Geld wirklich wert. Selbst mit dem Mietauto (Allrad) kommt man da ohne Ortskenntnis nicht rein. Täler mit endlosen Wasserfällen… darf man nicht verpassen!

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