Apocalypse Now – Party in Ho Chi Minh

Das Nachtleben von Ho Chi Minh ist so geprägt von Prostitution, wie keine andere Stadt in Vietnam. Hier und da sah man überall den älteren Europäer, der mit seiner blutjungen Vietnamesin seine Drinks zu sich nahm, im Landesinneren jedoch nicht in diesem Ausmaß.

Mit Hai und einem Freund mache ich mich in eine der angesagten Diskotheken auf. Als wir den Laden betreten, wird uns relativ schnell klar, was hier abgeht. Eine Unmenge junger, extrem aufgetakelter Mädels treibt sich hier herum. Um jeden alternden, grauhaarigen Westlichen bulen die Mädels wie Fliegen, die um die Scheisse kreisen. Hier gehts ums knallharte Geschäft. Wir, als junges Partyvolk werden nicht belästigt, eher komplett ignoriert. Da wir nicht zur potentiellen Kundschaft gehören, sind wir für die Mädels nicht interessant, was den Abend für uns erträglich macht. Der Laden heißt tatsächlich Apocalypse Now, nach dem gleichnamigen Vietnam-Kriegsfilm von Francis Ford Coppola. Sehr einfallsreich. Hoffen wir, dass der Abend für den ein oder anderen Freier nicht zur Apokalypse wird.

Wir bemerken, wie Hai´s Bekannter seit Minuten eine der Prostituierten anstarrt. Als wir kurze Zeit nicht auf ihn achten, steht er plötzlich neben ihr. What the f…?! Er spricht sie an!?  8 Sek. später steht er wieder neben uns. Sie drehte sich sofort weg, als er versucht mit ihr ins Gespräch zu kommen, denn sie steht seit einer viertel Std neben einem 60jährigen Silberrücken mit dickem Portemonnaie und will ihn nicht an eine Mitstreiterin verlieren.

„Was machst Du? Das ist eine Nutte.“
„So ein hübsches Mädel. Was will Sie von dem?“
„Geld verdienen?“
„Das kann doch nicht sein. Sie muss das nicht tun. Sie ist doch total hübsch“
„Das hat  nichts mit dem Aussehen zu tun, Du Vollhonk.“
„Ne das geht gar nicht, sie ist viel zu schade dafür.“
„Hör mal, haben sie Dir irgendwas ins Glas getan?!“

Er lässt sich nicht davon abbringen, sie unentwegt anzustarren. Uns wird schnell klar, dass er es sich zur persönlichen Aufgabe gemacht hat, das Mädel auf den richtigen Weg zu bringen. Natürlich, Wahnsinns Idee!
Wir beobachten in den nächsten Stunden, wie er immer wieder zu ihr geht, ein paar Worte mit ihr wechselt, bis sie schließlich den potenziellen Kunden verliert und sich mit ihm an einen Tisch setzt. Dabei diskutieren sie heftig über die Notwendigkeit diesen Job auszuführen. Er kommt mir der Erkenntnis zurück, dass das Mädel mehr verdient als wir drei zusammen und sich durch nichts und niemanden davon abbringen lässt weiterzumachen. Sie erklärt ihm, dass sie sich alles leisten will, was sie sich erträumt und das kann sie nur in diesem „Job“.

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