Kirche im Dorf – Der Kölner Dom

Ich habe im vergangenen Jahr einen Zwischenstopp in meiner geliebten Heimatstadt Köln eingelegt; um zu verschnaufen, der Mutter zu beweisen, dass sich alle Körperteile noch im besten Zustand befinden, um meine Gedanken zu ordnen und letztendlich recht zügig festzustellen…ich habe noch nie so richtig meine Heimatstadt bereist.

Entdecke Deine Heimatstadt

Der Aufenthalt  hat sich als äußerst interessant erwiesen, denn nach einer Abwesenheit von 1 Jahr und nonstop backpacken, wird man plötzlich in die Situation versetzt, die eigene Heimat wie ein Tourist zu bereisen. Das ist äußerst erfrischend und gibt eine völlig neue Perspektive auf Deine eigene City. Ich kann  nur jedem empfehlen, sich mal einen Reiseführer über die eigene Hometown zuzulegen und am Wochenende auf Sightseeingtour zu gehen. Schließt euch mit Spiegelreflex und Kakihose einfach der nächstbesten, knipsenden Gruppe Asiaten an.

New York – Hong Kong – Singapur – Kuala Lumpur – Bangkok – San Francisco – KÖLN!

Das geht einem doch ganz flüssig von den Lippen, wie ich finde. Trotzdem, ein gewaltiges Kontrastprogramm. Jede Metropole ist ganz unterschiedlich und hat einen eigenen Flair. Die Menschen prägen ihre Megacities mit einer für ihre Stadt typischen Mentalität und mit besonderer Gastfreundlich- oder  -unfreundlichkeit. Eines haben jedoch alle Cities gemeinsam – ein gepflegtes Wolkenkratzertum, welches sich entweder durch die gesamte Stadt zieht oder sich auf die Innenstadt oder das Geschäftsviertel konzentriert.

Nicht so in Deutschland! Ich glaubte ja immer, ich lebte in einer dieser Megacities mit 1 Mio Einwohnern (immerhin!), der Großstadt himself, der Ausgeburt einer Metropole. Spätestens bei der Betrachtung einer Luftaufnahme im Vergleich zu anderen Welthauptstätten (zu denen ich Köln einfach zählen muss!) fühlt man sich dann doch ein wenig vor den Kopf gestoßen…

Keine Wolkenkratzer!

Bäume?

Natur? 

Wo soll das nur hinführen?! So viel Grün! Eine wahre Chlorophyll-Wolke liegt über der Stadt. Sie scheint geradezu an einem Überfluss von guter Atemluft zu ersticken.

Ein schicker Fluß schlängelt sich galant durch schmucke bunte Häuserreihen, die wie aus einem kitschigen Ölgemälde zu stammen scheinen. Städteplaner scheinen Köln wie ein Premium-Naherholungsgebiet aufs Reissbrett gezeichnet zu haben. So idyllisch, so wunderschön! Schon beim Anblick spüre ich, wie sich eine aufdringliche Erholsamkeit auf meine gestresste Reiseseele legt. Wo bleibt da das Verständnis für die Atemschutzmasken-Industrie?! Millionen von €, die sich die Stadt geradezu durch die Finger gehen lässt, Bangkok weiß, wie es geht.

Ich bin wieder unterwegs, habe jedoch 2 erkenntnisreiche Fazits über Köln mit auf Reisen genommen, die mich tief beeindruckt haben und die ich einfach mit euch teilen MUSS:

1. Köln ist ein Dorf!

2. …hat aber eine verdammt fette Kirche!

Geschätzte 10 Mio. mal läuft man an fantastischen Sehenswürdigkeiten der eigenen Heimatstadt vorbei, ohne sie im geringsten wahrzunehmen, so wie ich an unserem geliebten Dom. Zunächst in den 80ern und 90ern, als Skater die Domplatte unsicher machten und dann in vergangenen Jahren, von denen mir nur Straßenbettler und -künstler in Erinnerung geblieben sind. Die Jungs, die wahre Gemälde aus Kreide auf die Domplatte zaubern und die, dessen Kunst daraus besteht, sich 12 Stunden mit weiß bemaltem Gesicht, mimik- und bewegungslos an eine Stelle zu pflanzen, um damit vermutlich einen besseren Lebensunterhalt zu verdienen, als so mancher Schlipsträger in den nobel sanierten Altstadtgebäuden des Finanzdistrikts.

Gleich da steht sie. Eine unfassbar große Kirche. Ein KOLOSS, der seinesgleichen sucht! Gegen den jeder andere Bau mal getrost einpacken kann:

Der Kölner Dom!

Ich habe ja ein Fabel für Kirchen, Tempel und religiöse Bauten und habe auf meiner Reise so einige besucht. Ich liebe die majestätische Atmosphäre im Inneren und die einzigartige Präsenz, die eine Kirche innerhalb ihrer City hat – Kirchen sind eines der besten Fotomotive überhaupt und schmücken gerade in Europa meist exakt das Zentrum jeder Innenstadt und jedes kleinen Dorfes.

Der Kölner Dom ist einer der beeindruckendsten Kirchenbauten überhaupt, von 1880 bis 1884 das höchste Gebäude dieser Erde, inzwischen nach wie vor die dritthöchste Kirche der Welt und zweithöchste Europas. Wie gewaltig der Bau ist, wird einem erst bewusst, wenn man im Flieger direkt über die Kölner Innenstadt fliegt. In einer Millionenstadt überragen die beiden Turmspitzen alles andere so überdimensional, dass einem erst aus der Luft klar wird, wie hoch eigentlich diese Türme in den Himmel ragen.

Wenn ich nur daran denke, welche sinnlose Touren ich in den Megacities dieser Welt unternommen habe, um einschläfernden Sehenswürdigkeiten zu betrachten, die von Möchtegern Autoren oder Tourismusagenturen aus dem Hut gezaubert wurden, um die Reiseführer dieser Welt mit banalem Content zu füllen und ein wenig Geld unverdient in die Städtekassen zu spülen. Und dann lebt man sein Leben lang in einer Stadt mit einer der spektakulärsten Sehenswürdigkeiten dieses Planeten und weiß es nicht einmal. Wer die gesamte Größe des Kölner Doms von der Domplatte aus betrachten will, muss sich schon gewaltig den Schädel in den Nacken schnallen, um zur 160m hohen Spitze aufschauen zu können. Der Kölner Dom ist ein wahres Meisterwerk gotischer Baukunst, allein die Fassade liefert jedem Fotoenthusiasten massenhaft Material.

Übersee-Touristen wissen die -im wahrsten Sinne des Wortes- sehensWÜRDIGKEIT des Kölner Doms schon immer zu schätzen und, obwohl in Reiseführern hinter Schloss Neuschwanstein und dem Brandenburger Tor als drittwichtigste Attraktion Deutschlands gerankt, ist der

DOM zu KÖLN
mit 6 Millionen Besuchern jährlich die unangefochtene Nr. 1.
Die meistbesuchte deutsche Sehenswürdigkeit!

Auf  dem 2. Platz rangiert nicht etwa eine der anderen kulturellen Highlights, sondern der Europapark in Rust mit rund 4,5 Mio Besuchern. Richtig gelesen, ein Freizeitpark zieht mehr Besucher an, als das Wahrzeichen Deutschlands, Schloss Neuschwanstein. Einzig der Kölner Dom zieht zieht mit 6 Mio. 25% mehr Besucher an.

Aber auch von Deutschen selbst wird der Kölner Dom, laut Deutschem Tourismusverband, seit Jahren zur beliebtesten Sehenswürdigkeit Deutschlands gewählt.

Also Traveller, das Beste liegt manchmal so nah. Wer sich mal eine Auszeit gönnen möchte und low budget unterwegs ist, dem empfehle ich das wunderschöne Kölle am Ring. Köln verfügt über unzählige gute Hostels und Couchsurfing Möglichkeiten und ein Kölsch gibt’s hier schon für 1,50 €. Die Kölner sind für ihre Gastfreundlichkeit bekannt und gratis dazu gibt’s einen Haken auf Eurer Bucketlist der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten DER WELT – Dem Kölner Dom…

…von dem übrigens behauptet wird, dass es noch nie einem Asiaten gelungen sei, ihn in seiner ganzen Größe von der Domplatte aus abzulichten.

Ich so, Sonnenbrille auf, Gorrila-pod, Selbstauslöser und…zack, kein Problem!

Mehr von innen, von oben und von gegenüber, wenn ich das nächste mal in Deutschland bin. Bis dahin:

Visit Cologne!

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9 comments

  1. Auch wenn wir erst ein halbes Jahr unterwegs sind – bei den Bildern erinnert man sich gern zurück an Köln. Das geht aber vermutlich jedem mit seiner Heimatstadt so. Die Touristenperspektive kommt erst mit der Entfernung von Zuhause, Arbeit und Alltag…

    Wenn wir zurück in Europa sind wird auch für uns ein Besuch auf ein Kölsch am Dom nicht ausbleiben…

  2. et Jessy

    Auch wenn ich nur 100km weiter weg gezogen bin, weiß ich was du meinst. Ich fühle mich jedes mal wie ein Touri wenn ich mal wieder in der Heimat bin. Aber ich finde es toll. Ein Tipp: hoch auf den Dom und wieder runter, danach im früh ein frisch gezapftes Kölsch, das ganze im Sommer! Irgendwie hat das Bier noch nie besser gemundet. In diesem Sinne, viel Spaß beim reisen.!!

  3. Als ehemalige Kölnerin freue ich mich immer sehr, über diese Großstadt zu lesen. Gerade weil sie so wenig mit anderen Großstädten gemeinsam hat.

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