Möncheskinder is das dreckig hier…

Möncheskinder is das dreckig hier…

Nach knapp 2 Monaten Singapur ist Phnom Penh das krasseste Kontrastprogram, das ich mir geben konnte. Von der modernen, sicheren und cleanen Stadt der Superlative in ein absolut im Dreck versinkendes Dritte-Welt-Land, in dem man es zumindest in der Hauptstadt, tunlichst vermeiden sollte, sich nachts alleine auf der Straße aufzuhalten.

Phnom Penh ist geprägt von Müll, Bettlern, Sextourismus und Armut. Das gesamte Land scheint ein ungeheures Müllproblem zu haben, das sich in ländlicheren Gegenden noch dramatisiert, wie ich später in Sihanoukville feststellen werde.

Ich hätte nie gedacht, dass sie je zum Einsatz kommt, als ich sie mir in Vietnam spaßeshalber zulegte – meine Hello Kitty Smogmaske! Doch wer sich hier einige Tage aufhält, sollte ernsthaft über einen Atemschutz nachdenken. Es begleitet einen ein ständiger undefinierbarer Gestank nach Müll…Staub…Abgasen…totem Tier.

Außerdem charakteristisch für Phnom Penh, auf den Straßen wimmelt es geradezu von orangefarbenen Kutten. Diese Mönche sind ja wirklich bemerkenswert. Sie besitzen rein gar nichts, außer dem allernötigsten zum Überleben. Gerade einmal die Kutte, die den Leib bedeckt, das iPhone, das das Ohr bedeckt und die LapTop-Tasche, die vermutlich nur etwas Brot und Wasser beinhaltet…oder ein MacBook Pro 17 Zoll, 2,4 GHz 8GB mit 500Gig Festplatte und den neusten 3D-Ballerspielen.


Der Tourismus in der Hauptstadt hält sich stark in Grenzen. Verglichen mit Siem Reap ist die Anzahl Touristen auf den Straßen geradezu verschwindend gering. Niemand hält sich hier länger als nötig auf, außer einigen männlichen Senioren, die tagsüber in kleinen Gruppen den Fluss entlangschlendern und nachts ihren Gelüsten nachgehen.

Mehr als 2 Tage würde ich der Hauptstadt zur Besichtigung nicht geben.

Was bleibt noch zu sagen…

1. Immodium sollte Dein ständiger Begleiter sein, der Durchfall Deines Lebens sei Dir garantiert (in ganz Kambodscha aufgrund der Hygienebedingungen). Wir reisen zu dritt, die Toilette wird für 2 von uns nach bereits 4 Tagen der beste Freund. Mein anderer Kumpel grüßt die Schüssel mit dem Gesicht zuerst und das eine Woche lang. Wer die wirkungsvollste Diät seines Lebens einläuten will, schaut sich einfach an, wie das Essen zubereitet oder wo die Zutaten gelagert werden…anschließende Fastenkur ist garantiert! Selbst laut Lonely Planet gehört der obligatorische Durchfall zum Bereisen Kambodschas einfach dazu. Wer nicht von selbst drauf kommt: Das Leitungswasser ist NICHT trinkbar und sollte auch nicht zum Zähneputzen verwendet werden!

2. VIEL Geduld in Restaurants mitbringen. Hier ticken die Uhren anders. Beispiel: Dieses äußerst vielseitige und zugegebenermaßen schwer zuzubereitende Abendessen – ein Burger – wird nach unschlagbaren 62 Minuten serviert. Anzahl der Gäste im Straßenrestaurant: niemand, außer uns! Das stolze Lächeln verrät: Dies war der schnellste Burger, den sie je serviert hat!

 

Was außerdem relativ häufig geschieht: Der Kellner vergisst die Bestellung auf dem Weg zur Küche, stellt sich wieder hinter die Bar und vegetiert vor sich hin. Nicht scheuen, ihn nach 30 Sekunden wieder anzusprechen. Die Mentalität der Locals hier ist für uns nur schwer nachvollzuziehbar. Ein Großteil des Personals muss monatlich ausgewechselt werden, da die Mitarbeiter nach Bezug des Gehalts einfach nicht mehr zur Arbeit erscheinen und sich mit der weitaus angenehmeren Beschäftigung des Geldausgebens befassen. Wenn der Beutel leer ist, wird einfach nach einem neuen Job geschaut. Westliche Mitarbeiter werden, aufgrund ihrer Loyalität und Verlässlichkeit insbesondere in den Touristenvierteln, wie Sihanoukville händeringend gesucht!!! Lohn liegt bei etwa 100 Euro / Monat zzgl. Free Drinks! Wer jetzt lacht…die Bars sind VOLL von westlichen Kellnern, die bereit sind für diesen Lohn zu arbeiten (der Backpacker an sich ist schon eine arme Sau!)

3….und das dramatisiert die Lage gewaltig: Es gibt KEINEN verdammten Mac Donalds im ganzen Land! Wo bin ich hier eigentlich gelandet?!

4. Das Jungvolk macht den größten Teil der Bevölkerung aus, da die ältere Generation im grausamen Krieg Pol Pots zu einem Drittel ausgelöscht wurde. Sie sind unheimlich freundlich und höflich. Ältere Kandidaten können, insbesondere wenn sie damals der Khmer Rouge Fraktion angehörten, ziemlich grantig und aggressiv sein.

5. Dieses Bier schmeckt hervorragend und macht garantiert nicht betrunken! Die Berechnung des auf der Dose angegebenen Alkohol-Volumenwertes würde mich mal interessieren. Hier war kein Mathematiker am Werk.

     

     

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    5 comments

    1. Sarah

      Musste schmunzeln über Abschnitt 1. Mich hats in Kambodscha auch erwischt. Habs mir in Sihanoukville eingefangen und dann von PP hauptsächlich das Hotelzimmer gesehen. Ich finde auch Phnom Penh muss man nicht unbedingt gesehen haben, fand die Stadt jetzt nicht besonders einladend.

    2. Etwas überrascht es mich schon dass Du gerade von Kambodscha so negativ schreibst. Wir haben es in PP ohne Probleme ein paar Tage ausgehalten und wenn Du Kambodscha als dreckig bezeichnest rate ich Dir mal nach Indien zu fahren. Immerhin hast Du nun auch gemerkt dass die Kambodschaner zu den freundlichsten Menschen der Welt gehören. Montezumas Rache hat mich in Kambodscha auch erwischt, aber das ist in anderen Ländern Südostasiens nicht anders. Viel Spass weiterhin, wir sind auch bald wieder in der Gegend.

      • Jonny

        Hey Stecki,

        mein Eindruck Kambodschas bessert sich in Sihanoukville und Siem Reap deutlich. Aber PP ist nicht unbedingt eine angenehme Stadt zum Verweilen.

        Schönen Gruß

    3. chiara

      „Diese Mönche sind ja wirklich bemerkenswert. Sie besitzen rein gar nichts, außer dem allernötigsten zum Überleben. ….“ 🙂 LOL

    4. chiara

      „Es gibt KEINEN verdammten Mac Donalds im ganzen Land!“ – Sehr sympathisch!

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